Als Hausmittel gegen Krankheiten ist Fencheltee bereits seit vielen Jahrhunderten bekannt und beliebt. Aber auch die Wissenschaft hat sich mit Fenchel als Heilpflanze sowie der Teesorte befasst und die positiven antibakteriellen und schmerzlindernden Eigenschaften in Studien belegen können.[1] Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde Fenchel im Jahr 2009 von dem „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Die gute Verträglichkeit des Aufgussgetränks macht es auch für Kinder zu einer sinnvollen pflanzlichen Möglichkeit, um Beschwerden zu lindern.

Ursprung und Charakteristika von Fenchel

Fenchel ist eine krautige Pflanzenart innerhalb der Familie der Doldenblütler, wird bis zu zwei Meter hoch und besitzt gelbe Blüten. Charakteristisch ist ferner der würzige, fast schon anisähnliche Geruch. Seit wann Fenchel als Heilpflanze genutzt, beziehungsweise als Teeaufguss getrunken wird, ist nicht ganz geklärt. Vermutlich haben aber bereits die alten Griechen Fenchel zur Linderung ihrer Beschwerden genutzt. Die Ursprünge der Pflanze liegen im Mittelmeerraum und im vorderen Teil Asiens. Hier ist die Pflanzenart ursprünglich beheimatet und wurde vermutlich seit dem Mittelalter vor allem in mitteleuropäischen Klöstern kultiviert und so bei der Bevölkerung populär.

Wirkung des Fenchels

Fencheltee wird besonders häufig bei Verdauungsbeschwerden angewendet und kann im Magen-Darm-Trakt Krämpfe lösen und Schmerzen lindern. Damit ist das Aufgussgetränk vor allem bei grippalen Infekten beliebt. Aber auch bei Erkältungen und Infektionen der oberen Atemwege kann der Tee seine Vorteile haben: Hier wirkt er schleimlösend, wodurch er auch zur Inhalation geeignet ist. Zum wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit in diesen Bereichen sind zwar noch einige größere Studien vonnöten, recht gut erforscht sind aber mittlerweile die antibakteriellen Eigenschaften von Fenchel. Ferner gibt es auch Studien, die belegen konnten, dass Fenchel bei Menstruationsbeschwerden hilft.[2]

Fencheltee: Ziehzeit und Zubereitung

Um Fencheltee aufzukochen sollte das Wasser idealerweise eine Temperatur von 80° C bis 85° C besitzen, um eventuell enthaltene Keime abzutöten. Die Ziehzeit beträgt wiederum acht bis zehn Minuten, unabhängig davon, ob frischer Fenchel oder Teebeutel verwendet werden. Dies gilt auch, falls der Fencheltee zum Inhalieren verwendet werden soll: Zehn Minuten als Ziehzeit sind empfohlen, dürfen hier aber auch gerne etwas überschritten werden.

Fencheltee für Babys

Die eingangs erwähnten positiven Eigenschaften von Fencheltee auf den Magen-Darm-Trakt sind einer der Gründe dafür, warum viele Eltern ihren Babys im Falle von Blähungen oder Koliken Fencheltee geben. Da Fencheltee auch für Babys und Kleinkinder besonders gut verträglich ist, eignet sich dieser, um die Beschwerden zu lindern. Ab dem sechsten Monat können Babys und Kleinkinder Fencheltee bedenkenlos trinken, jüngeren Säuglingen sollte dieser hingegen nur in geringen Mengen gegeben werden. Im Zweifelsfall kann hier aber ein Arzt oder eine Hebamme zu Rate gezogen werden.

Fenchel unterstützt die Gesundung

Dass Fenchel zu Recht in der tradierten Pflanzenheilkunde zum Einsatz kommt und bereits seit Jahrhunderten Verwendung findet, konnte in unabhängigen Studien belegt werden. Als Teeaufgussgetränk wird das Kraut deshalb ebenso häufig bei Krankheiten wie grippalen Infekten und Erkältungen eingesetzt, wie auch bei Verstimmungen des Magen-Darm-Traktes. Möchte man aber auf die heilsame Wirkung der Pflanze vertrauen, ist es wichtig, auf eine qualitativ hochwertige Verarbeitung zu achten. So ist Fencheltee eine gute pflanzliche Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte und für den Herbst sowie den Winter bestens geeignet. Mehr als drei Tassen mit jeweils 250 ml sollte man aber nicht zu sich nehmen, denn auch hier gilt: Weniger ist oft mehr.

[1] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/75823/Fenchel-lindert-klimakterische-Beschwerden-in-zwei-Studien

[2] Ebd.