Ist Tee schädlich für Haustiere?

Ist Tee schädlich für Haustiere?

10. Juli 2020 0 Von Emanuel

Tee ist nach Wasser das beliebteste Getränk der Schweizer: Teekonsum in der Schweiz: Der Siegeszug in Zahlen. Dies kommt nicht von ungefähr, denn schließlich bietet er eine enorme geschmackliche Vielfalt und besitzt keine Kalorien. Was aber für den Menschen nicht nur bekömmlich, sondern auch gesund ist, kann für die tierischen Mitbewohner hingegen gefährlich werden. Ob Hund oder Katze Tee vertragen, hängt von der Sorte des Aufgussgetränks ab. Hier sollte man grundsätzlich Vorsicht walten lassen, denn die falsche Teesorte kann schnell mit einem Besuch beim Tierarzt enden.

Warum schwarzer und grüner Tee für Hund und Katze tabu sind

Das im Tee enthaltene Koffein hilft dem Menschen morgens wach zu werden und in den Tag zu starten. Diese Reaktion zeigen wir, weil nach dem Genuss einer Tasse grünem oder schwarzem Tee im Körper zahlreiche biochemische Prozesse ablaufen. Durch eine vermehrte Ausschüttung an Stresshormonen erweitern sich die Blutgefäße, das Herz schlägt schneller und der Puls steigt um ein paar Schläge. Auf diese Weise bringt das koffeinhaltige Erfrischungsgetränk unseren Kreislauf in Schwung und wir fühlen uns wacher und fitter.

Auch Tiere erfahren diese Reaktionen nach Zufuhr der Stimulanz Koffein. Allerdings zeigen Hund und Katze deutlich schneller Reaktionen einer Überdosierung. Zu erkennen ist dies an einem Zittern und Unruhe – nicht selten gefolgt von Erbrechen. Dies sind zwar die gleichen Symptome, die auch ein Mensch bei einer Überdosis Koffein zeigt, allerdings ist bei Haustieren deutlich schneller die tödliche Dosis erreicht. Daher sind schwarzer und grüner Tee für Haustiere nicht zu empfehlen. Sollten diese aber dennoch in einem unachtsamen Moment einmal etwas vom Tee probiert haben, muss auf die Symptome geachtet und im Zweifel der Tierarzt zurate gezogen werden.

Was ist mit anderen Teesorten, die kein Koffein enthalten?

Haustiere sind von Natur aus natürlich keinen Tee gewohnt. Sie bevorzugen daher in erster Linie Wasser und entsprechend sollte man hier von gutgemeinten Experimenten absehen. Aber schadhaft wie grüner oder schwarzer Tee sind Tees ohne Koffeingehalt tatsächlich nicht. Für Hund oder Katze kann es ab und zu sogar sinnvoll sein, kleine Mengen an Tee zu sich zu nehmen. Dies ist zum Beispiel bei Magen-Darm-Beschwerden der Vierbeiner der Fall. Genau wie beim Menschen kann Kamillentee auch bei Hunden und Katzen die Magenschleimhaut schützen und bei der Verdauung helfen.

Hier gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten: Genau wie jeder Mensch einen individuellen Geschmackssinn hat, können auch manche Tiere negativ auf Kamillentee reagieren. Schmeckt er ihnen nicht, oder finden sie den Geruch unangenehm, wird der Kamillentee einfach stehen gelassen, auch wenn der Durst noch so groß sein mag. Wer also seinem Haustier mit ein wenig Kamillentee etwas Gutes tun möchte, sollte auch etwas klares Wasser daneben stellen. Wird der Tee links liegen gelassen, darf man das Tier natürlich zu nichts zwingen.

Des Weiteren ist die Ziehzeit des Tees für Tiere besonders wichtig. Die Geschmacksknospen reagieren häufig empfindlicher als menschliche, weshalb eine Minute zum Ziehen mehr als ausreichend ist. Es kann auch helfen, zunächst mit einer Ziehzeit von wenigen Sekunden zu beginnen und sich dann weiter zu steigern – minutenlang sollte der Tee aber nicht ziehen. Gleiches gilt im Übrigen auch für Fencheltee, welcher ebenfalls die Verdauung unterstützen kann. Grundsätzlich gilt jedoch: Man sollte dem Haustier Früchtetees oder dergleichen nicht unbedingt als Ersatz zum Wasser anbieten. Haustiere sind Wasser gewohnt und dies ist letztendlich die beste Wahl für sie.