Tee bei Erkrankungen , Darmbeschwerden und Co.: Welcher Tee ist gesund für uns?

Tee bei Erkrankungen , Darmbeschwerden und Co.: Welcher Tee ist gesund für uns?

27. September 2020 0 Von Emanuel

Einer der Gründe, warum Tee sehr beliebt ist, sind die gesundheitsfördernden Eigenschaften, die ihm zugeschrieben werden. Auch die Wissenschaft interessiert sich für die positiven Aspekte der verschiedenen Teesorten. Einige Pflanzenstoffe haben längst Einzug in die traditionelle Schulmedizin gehalten und da ist es natürlich naheliegend, dass auch ein Aufguss aus Kamille, Salbei oder anderen Teesorten heilende Wirkungen auf die Gesundheit haben kann. Während teilweise belastbare Studien vorliegen, fehlen sie bei einigen Teesorten leider gänzlich, was an der Vielzahl der vorhandenen Sorten liegen dürfte. Hier hilft nur, sich auf tradiertes Wissen zu verlassen: Nicht selten liegen die Großeltern, Urgroßeltern oder die traditionelle chinesische Medizin richtig mit ihren Empfehlungen.

Grüner und schwarzer Tee: Für die Verdauung und das Herz-Kreislauf-System

Die Klassiker unter den Tees sind selbstverständlich der grüne und der schwarze Tee. Sie sind vor allem morgens beliebt, da sie uns ebenso wie Kaffee wachmachen und gut in den Tag starten lassen. Aber auch positive Aspekte auf die Gesundheit können bei diesen Teesorten beobachtet werden. So hat eine Langzeitstudie mit fast 70.000 Probanden aus China ergeben, dass grüner Tee das Risiko für Darm- und Magenkrebs senken kann.[1] Welcher der Inhaltsstoffe dafür verantwortlich ist, konnte bisher noch nicht zweifelsfrei erforscht werden, es steht aber fest, dass grüner Tee sich positiv auf die Darmflora auswirkt.

Auch beim schwarzen Tee konnten vielversprechende Effekte festgestellt werden: Das Aufgussgetränk besitzt eine gefäßerweiternde Wirkung und kann auf diese Weise hohem Blutdruck vorbeugen sowie das Risiko für Herzinfarkte minimieren. Leider ist aber auch beim schwarzen Tee nicht genau gesichert, welcher Inhaltsstoff dafür verantwortlich ist. Fakt ist aber: Das vermutete EGCG scheidet hier als positiver Wirkstoff aus.[2]

Ingwer und Salbei: In der Erkältungszeit eine gute Wahl

Vor allem im Winter, wenn die Zeit der Erkältungen wieder losgeht, schwören viele Teetrinker auf Ingwer. Aber auch gegen Übelkeit kann ein Aufguss aus der Wurzel helfen. Hier steht die Wissenschaft jedoch noch am Anfang – Studien legen zwar nahe, dass Ingwer bei Erkältungen oder Übelkeit helfen kann und antibakteriell wirkt, genau gesichert ist dies aber noch nicht. Hier muss erst noch ausgiebiger geforscht werden.[3] Anders verhält es sich hingegen bei Salbeitee: Salbei ist eine wissenschaftlich recht gut erforschte Pflanze. In Studien konnten Salbeitees gewisse Wirkungen gegen Entzündungen im Rachen- oder Mundraum nachgewiesen werden.[4] Damit sind Ingwer- und Salbeitees bei Erkältungen sowie Halsschmerzen wärmstens zu empfehlen und sollten zumindest im Winter in den Vorratsschrank aufgenommen werden.

Früchtetees: Gut für die Vitaminversorgung

Früchtetees eignen sich hervorragend als kalorienarme Durstlöscher. Gleichzeitig können die Tees uns mit wichtigen Vitaminen und Nährstoffen versorgen. Wichtig ist hierbei zunächst, dass die Teesorten qualitativ hochwertig sind und nicht zu viele Vitamine bei der Herstellung verloren gegangen sind. Außerdem kommt es auf die Sorte an: Zu empfehlen sind unter anderem Tees aus Hibiskus oder Hagebutte.[5] Aber auch grüner Tee kann helfen, die Versorgung mit Vitamin C zu gewährleisten – vor allem Sencha-Tee steht hier hoch im Kurs.

Tees gegen Magenverstimmungen

Wenn es im Magen zwickt und Übelkeit den Appetit verdirbt, kann Kamillentee helfen. Die Kamille, welche bereits seit Jahrhunderten ein bewährtes Hausmittel ist, das in verschiedensten Formen auch in Apotheken zu finden ist, kann als Aufgussgetränk positiv auf dem Magen-Darm-Trakt einwirken. Aber auch als Schlaftee oder zur Beruhigung kommt Kamillentee zum Einsatz.[6]  Gleiches gilt für Pfefferminztee: Auch er wird traditionell bei Magenbeschwerden verwendet und kann helfen, diese zu beseitigen. Er wirkt entkrampfend und wird daher vor allem bei Übelkeit und Erbrechen eingesetzt.

[1] Sarah Nechuta, Xiao-Ou Shu, Hong-Lan Li, Gong Yang, Bu-Tian Ji, Yong-Bing Xiang, Hui Cai, Wong-Ho Chow, Yu-Tang Gao, Wei Zheng, Prospektive Kohortenstudie zum Teekonsum und Risiko von Krebserkrankungen des Verdauungssystems: Ergebnisse der Shanghai Women’s Health Study, American Journal of Clinical Nutrition , Band 96, Ausgabe 5, November 2012, Seiten 1056–1063, https://doi.org/10.3945/ajcn.111.031419

[2] Lorenz M, Rauhut F, Hofer C, Gwosc S, Müller E, Praeger D, Zimmermann BF, Wernecke KD, Baumann G, Stangl K, Stangl V (2017). Tea-induced improvement of endothelial function in humans: no role for epigallocatechin gallate (EGCG). Sci Rep. 7, 2279.

[3] https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/gesundheit/ingwer-heilmittel-erkaeltungen-uebelkeit-100.html

[4] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-32-2017/salbei-auch-zur-langzeitanwendung Artikel verweist hier auf die Europäische Arzneimittelbehöre: European Union herbal monograph on Salvia officinalis L., folium. EMA/HMPC/331653/2008.

[5] https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/So-gesund-ist-Tee,tee374.html

[6] Max Wichtl (Hrsg.): Teedrogen und Phytopharmaka. 4. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2002, S. 369–373. ISBN 3-8047-1854-X.