Tee gegen Übelkeit: Welche Sorten sind hilfreich

Bei Magenverstimmungen wird gerne Tee empfohlen. So wird es bereits seit Generationen tradiert und viele haben schon als Kinder von ihren Eltern oder Großeltern bei Übelkeit einen Kamillentee zur Linderung bekommen. Die Forschungslage, ob Tee wirklich bei Übelkeit hilft, ist in vielen Fällen nicht eindeutig, da Übelkeit keine wirklich ernstzunehmende Krankheit ist und hier nun mal wenig geforscht wird. Aber bestimmte Teesorten haben sich nicht umsonst so lange als Hausmittel gegen Übelkeit und Erbrechen bewährt.

Kamillentee als Hausmittel gegen Übelkeit

Beliebt und vor allem immer wieder von der Generation der Großeltern empfohlen, ist der Kamillentee. Er eignet sich nicht nur zum Verzehr, sondern auch zur Inhalation. Bei der Kamille handelt es sich um eine Heilpflanze, die auch bei Grippe oder Infektionen der Harnwege zum Einsatz kommt. Als Tee aufgegossen beruhigt Kamille den Magen und kann ferner krampflösend wirken. Mehr als drei Tassen mit jeweils 250 ml pro Tag sind aber nicht empfohlen, da die Wirkung andererseits ins Gegenteil umschlagen kann: Kamillentee kann in größeren Mengen für Übelkeit sorgen.

Fencheltee nicht nur bei normaler Übelkeit anwendbar

Wer unter Übelkeit leidet, greift häufig zum Fencheltee und macht sich damit gleichzeitig seine antibakteriellen Eigenschaften zu nutze.[1] Fenchel ist nicht nur als Hausmittel beliebt, sondern findet auch in der klassischen Schulmedizin Anwendung. Wissenschaftliche Studien deuten aber darauf hin, dass Fenchel nicht nur bei grippalen Infekten oder Magenverstimmungen gegen Übelkeit hilft. So konnte etwa in einer klinischen Studie gezeigt werden, dass Fenchel auch bei Übelkeit, welche als Begleiterscheinung einer Chemotherapie auftritt, hilfreich sein kann.[2] Aber auch bei einer Schwangerschaft gilt Fenchel als tradiertes Hausmittel, um der Übelkeit entgegenzuwirken. Studien, welche auf negative Auswirkungen durch Fenchel auf den Verlauf einer Schwangerschaft hindeuten, existieren nicht, dennoch ist maßhalten in den meisten Fällen sinnvoll, weshalb die Menge von zwei bis drei Tassen pro Tag auch hier nicht überschritten werden sollte.

Pfefferminztee: Der Klassiker gegen Übelkeit

Viele leidenschaftliche Teetrinker genießen eine Tasse Pfefferminztee, wegen seiner Frische und seines Geschmacks. Außerdem schwören einige Pfefferminz-Fans darauf, dass er morgens wach macht und gut in den Tag starten lässt. Zu dieser ihm zugeschriebenen Wirkung hat Pfefferminztee aber auch einige weitere positive und wissenschaftlich nachgewiesene Eigenschaften. So ist der Hauptbestandteil der Pfefferminze Menthol, welches Bakterien sowie Pilze abtötet und bei Husten helfen kann. Aber auch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts kommt Pfefferminztee zum Einsatz. Hier wirkt er krampflösend und kann helfen Übelkeit zu bekämpfen.[3] Die Forschungslage spricht daher für den als tradiertes Hausmittel bekannten Pfefferminztee, der ähnlich beliebt ist wie Kamillentee oder ein Aufguss aus Fenchel.[4] Kleinkindern sollte Pfefferminztee hingegen nicht gegeben werden: Die Heilpflanze besitzt einen hohen Mentholgehalt, welcher in hohen Dosen die Magenschleimhäute schädigen kann.[5] Für Erwachsene sind hingegen drei bis vier Tassen am Tag empfehlenswert.

Tee aus der Melisse: Gegen nervös bedingte Übelkeit

Fenchel, Kamille und Pfefferminze haben sich als Teeaufgussgetränk gegen virus- und bakterienbedingte Übelkeit bewährt und helfen teilweise auch bei der Schwangerschaftsübelkeit. Aber es gibt noch weitere Ursachen von Übelkeit, die nicht durch ansteckende Krankheiten oder eine Schwangerschaft hervorgerufen werden. Die Anwendung von Melissenblättern hat sich vor allem bei psychischen Leiden bewährt. Neben Angst und Panik kann bei solchen Krankheitsbildern auch Übelkeit auftreten, die sogar bis zum Erbrechen führt. Melisse wirkt hier leicht sedativ und hilft nicht nur sich psychisch zu beruhigen und zu entspannen, sondern auch gegen Übelkeit.[6] Da Melisse aber gleichzeitig etwas müde macht und zum besseren Einschlafen beitragen kann, empfiehlt es sich, Melissentee vorzugsweise abends zu sich zu nehmen. Bis zu drei Tassen werden hier empfohlen.

[1] https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/75823/Fenchel-lindert-klimakterische-Beschwerden-in-zwei-Studien

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3361530/

[3] https://www.apotheken.de/alternativmedizin/heilpflanzen/7604-pfefferminze

[4] https://www.netdoktor.de/heilpflanzen/pfefferminze/

[5] https://praxistipps.focus.de/pfefferminztee-schaedlich-oder-nicht-einfach-erklaert_56127

[6] https://www.allgemeinarzt-online.de/archiv/a/die-melisse-1757802

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