Teekräuter in der Literatur – von Regelwerken und Teetrinker-Krimis

Das Teegetränk ist eines der ältesten Getränke der Menschheit. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass das Heißgetränk eine große Bedeutung in der kulturellen Geschichte einnimmt. In manchen Kulturen wurde es früher vor allem als Medizin verabreicht, später galt es – vor allem in Europa – ein Getränk für die Wohlhabenden. Etwa seit dem 18. Jahrhundert ist das Heißgetränk ein Alltagsgetränk auch im westlichen Raum – und hat doch eine hohe Bedeutung in vielen Kulturkreisen.

Teekräuter in der Literatur – von Regelwerken und Teetrinker-Krimis

In der Literatur wird Teetrinken meist mit Zwischenmenschlichkeit und einer gewissen kulturellen Identität verbunden. Zahlreiche literarische Figuren, die mit Klasse und Gemütlichkeit agieren, sind Teetrinker. Sie zeichnen sich als kultivierte Genießer aus, sind Freunde des Einfachen und versprühen doch eine gewisse Eleganz, Grazie und Geist. Teetrinker sind meist besonnene Charaktere – manchmal mit leichten, aber charmanten Schrullen.

Teeblätter im asiatischen Raum – Gedichte und Geschichten

In der chinesischen Literatur wird das Getränk schon seit sehr langer Zeit als Symbol für Freundschaft, Gastfreundschaft und Gelassenheit eingesetzt. In einem Essay beschrieb der chinesische Dichter Lu Tong (790 bis 835) die Bedeutung von Teegetränk für das tägliche Leben in der Gesellschaft. Im asiatischen Raum wird der Teegenuss vielerorts großgeschrieben und hat einen besonders hohen kulturellen Stellenwert. Gerade in der Literatur aus China, Indien und Japan ist das Getränk daher zahlreich zu finden. Ein bekanntes japanisches Werk ist das Haiku Gedicht von Matsuo Basho (1644 – 1694) mit dem Titel „Alte Teekanne, eine Blüte bewahrt ihren Duft“. In diesem Gedicht wird die Einfachheit und Schönheit einer Teezeremonie betont, die in der japanischen Kultur noch heute einen großen Stellenwert hat. Teetrinken bedeutet Klasse und gleichzeitig Entspanntheit – kaum ein Getränk verbinden so viele Kulturen mit den simplen Alltagsfreuden. Ein anderer Klassiker der japanischen Literatur ist das „Buch vom Tee“ von Kakuzo Okakura (1862-1913), das im Jahr 1906 erschienen ist. Hier wird viel über die traditionelle Teezeremonie gesprochen und es wird eindringlich geschildert, wie das Teegetränk von Japan aus die Welt eroberte. Teegenuss wird auch heute noch in Japan groß geschrieben und ist auch aus anderen Kunstformen wie der Malerei nicht mehr wegzudenken.

Teetrinken in der westlicher Literatur

Auch in der westlichen Kultur lassen sich Teeblätter und -kräuter immer wieder finden. George Orwell (1903 – 1950) verfasste sogar ein Regelwerk über die Zubereitung des beliebten Heißgetränkes. Darin schreibt er, dass das Getränk vor allem stark sein soll – richtig dosiert und ohne Zucker. Der englische Schriftsteller veröffentlichte sein Regelwert allerdings im Januar 1946, in einer Zeit, in der Rationierung teilweise noch vonnöten war, weshalb diese Dosierung wohl eher nicht als Alltagsgetränk nutzbar war, sondern eher ein Genuss für die besonderen Anlässe oder Sonntage. Er formulierte insgesamt 11 goldenen Regeln, die noch heute zu den großen Werken der englischen Literatur zählen. Etwas einfacher wird der Teegenuss in einem Gedicht von Heinrich Heinrich mit dem Titel „Am Teetisch“ beschrieben. „Die Herren waren ästhetisch, die Damen von zartem Gefühl“, schreibt der Dichter und stellt damit einmal mehr heraus, dass dieses Getränk das Einfache mit dem Eleganten verbindet. Auffällig ist, dass Teeblätter aus dem asiatischen Raum nach Europa verbreitet wurden und in ihrem Ursprungsland damals wie heute als eine simple Alltagsfreude gelten. Im westlichen Raum hingegen gab es Zeiten, in denen die importierten Blätter viel Geld kosteten und nur für das elegante Volk bestimmt waren. Vor allem Grüne und Schwarze Teesorten werden daher auch in der westlichen Literatur häufig mit einer zusätzlichen Portion Eleganz verbunden, die im asiatischen Raum nicht unbedingt unmittelbar mit dem Tee zusammenhängt. Teegetränke aus heimischen Kräutersorten werden wiederum nicht unbedingt in die gleiche Kategorie gesteckt. Hans Christian Andersen (1805-1875) schrieb einst „Der Zuckerschale und dem Sahnekännchen war es vergönnt, die Dienerinnen des Wohlgeschmacks zu sein, aber ich bin die Gebende, die Herrschende, ich verbreite den Segen unter der durstenden Menschheit“ über eine ramponierte Teekanne und zeigt damit einmal mehr, welcher Charakter dem Getränk – und allem, was mit ihm in Verbindung steht – zugesprochen wird. Dies wird auch in dem Klassiker „Alice im Wunderland“ wieder ersichtlich. Im 7. Kapitel geht es um „Die verrückte Teegesellschaft“, bei der das Mädchen wieder Tee noch Gesellschaft erhält. Ein weiterer Weltklassiker sind die Geschichten von Sherlock Holmes oder Agatha Christies „Miss Marple“ Romanen, in denen die Helden gerne ihre kniffligsten Fällen mit einer Tasse Schwarztee lösen. Das Getränk ist in der Literatur nicht nur ein Getränk für die Geistigen, die Schönen und oder die einfachen Leute – sondern auch für die besonders klugen Köpfe.

Teegenuss in der Weltliteratur

Der Teegenuss hat es in die Literatur der ganzen Welt und ist Teil der Poesie geworden. Auch viele beliebte literarische Helden kann sich ohne Teetasse in der Hand kaum vorstellen. Egal, ob grüne und schwarze Teesorten oder Kräutertee – Tee kaufen und genieße ist für viele Menschen eine der besonders kleinen Freuden des Alltags. Man darf sicher davon ausgehen, dass auch zukünftige Generationen Literatur aus der heutigen Zeit konsumieren und sich über allerlei Teegeschichten freuen werden.

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