Unterstützt Grüntee die Fettverbrennung?

Grüntee und Fettverbrennung

Tee gilt allgemein als ausgesprochen gesund. Verzichtet man auf Zucker zum Süßen, ist Tee ein kalorienarmes Getränk, welches obendrein noch zahlreiche Vitamine, Mineralien und gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe besitzt. Vor allem Grüntee ist bei gesundheitsbewussten Teetrinkern beliebt und hat in der Vergangenheit die Wissenschaft beschäftigt. Neben positiven Eigenschaften auf das Immunsystem und einer antioxidativen Wirkung wird ihm auch eine Unterstützung der Fettverbrennung nachgesagt. Bei Menschen, die abnehmen möchten, steht Grüntee daher hoch im Kurs. Aber kann Grüntee wirklich als „Fatburner“ bezeichnet werden?

Grüner Tee: Die Herstellung

Die Teepflanze, deren wissenschaftlicher Name Camellia sinensis lautet, ist die Grundlage für schwarzen sowie grünen Tee und wird bereits seit mehreren tausend Jahren aufgebrüht. Aber auch wenn beide Teesorten aus der gleichen Pflanze gewonnen werden, unterscheiden sie sich deutlich im Geschmack und besitzen nicht die gleichen Inhaltsstoffe. Grund hierfür sind die unterschiedlichen Verarbeitungsmethoden. Im Gegensatz zu schwarzem Tee wird Grüntee nach der Ernte kurz erhitzt und geröstet. Auf diese Weise werden Fermentations- sowie Oxidationsprozesse unterbunden, welche dem schwarzen Tee seinen charakteristischen Geschmack und sein Aussehen verleihen.  Aufgrund der ausbleibenden Fermentierung sind die Teeblätter auch nach der Weiterverarbeitung noch grün. Gleichzeitig bleiben wichtige sekundäre Pflanzenstoffe und Vitamine erhalten. Genau diese Pflanzenteile sind es, denen gesundheitlich positive Eigenschaften nachgesagt werden und im Zentrum zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen stehen.

Sekundäre Pflanzenstoffe in Grüntee

In grünem Tee sind zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, deren genaue Wirkung noch nicht vollständig erforscht wurde. Pflanzen bilden diese Farb-, Duft- und Aromastoffe, um Fressfeinde fernzuhalten und sich zu schützen. Diese chemischen Verbindungen sind somit nicht essenziell für Pflanzen, um zu wachsen, weshalb sie als sekundäre Pflanzenstoffe bezeichnet werden. Koffein ist etwa eine solche Substanz, die zum Schutz vor Schädlingen produziert wird. Was von Insekten jedoch gemieden wird, ist für den Menschen nicht per se schlecht. Koffein wirkt – in Maßen konsumiert – belebend und aufputschend. In größeren Mengen können jedoch Vergiftungserscheinungen auftreten.

Des Weiteren sind in grünem Tee Polyphenole enthalten, die positiven Einfluss auf das Immunsystem haben.[1] Ihre Konzentration schwankt je nach Art des Anbaus und wird durch klimatische Bedingungen beeinflusst. Auch eine Fermentierung ist den Polyphenolen nicht zuträglich, weshalb schwarzer Tee weniger dieser sekundären Pflanzenstoffe enthält.[2] Das gleiche gilt für die in grünem Tee enthaltenen Catechine wie EGCG, welche eine antioxidative Wirkung besitzen.[3] Sie sind vor allem in grünem Tee zu finden und stehen im Fokus der Forschung.

Grüntee und Fettverbrennung

Obwohl Wissenschaftler sich bereits ausgiebig mit der Camellia sinensis befasst haben, gibt es noch zahlreiche offene Fragen. Insbesondere das Zusammenspiel der verschiedenen sekundären Pflanzenstoffe und ihre Wirkung auf den menschlichen Organismus ist noch nicht abschließend geklärt. Es existieren allerdings einige interessante Studien, welche die Fettverbrennung unter Supplementierung von Grüntee-Extrakt näher betrachten. So stieg die Fettverbrennung der Probanden um etwa 17 % an und auch die Glukosetoleranz wurde bei den Versuchspersonen deutlich verbessert.[4]

Laut den verantwortlichen Wissenschaftlern kann die Wirkung eindeutig den im Grüntee enthaltenen Catechinen zugeschrieben werden. Die genauen chemischen Prozesse, die im menschlichen Körper ablaufen und die Fettverbrennung steigern, bleiben jedoch weiter im Verborgenen. Das im Grüntee enthaltene Koffein wirkt sich des Weiteren ebenfalls positiv auf die Fettverbrennung aus. Versuche an Mäusen haben außerdem ergeben, dass grüner Tee die Einlagerung von überschüssigen Kalorien in den Fettzellen verhindern kann.[5] Hier fehlt es allerdings noch an aussagekräftigen Studien am Menschen.

Weitere gesundheitliche Vorteile von grünem Tee

Grüner Tee kurbelt den Stoffwechsel also tatsächlich an und kann beim Abnehmen helfen. Das Getränk hat aber noch weitere nennenswerte Auswirkungen auf den Körper und die Gesundheit. Laut einer Studie der Berliner Charité wirkt das Trinken von grünem Tee etwa gefäßerweiternd und senkt den Blutdruck. Dies kann laut Aussage der Wissenschaftler möglicherweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.[6] Des Weiteren wird den Catechinen eine krebsvorbeugende Wirkung zugesprochen. Hier ist allerdings noch einiges an Forschungsarbeit notwendig, um belastbare Aussagen treffen zu können.[7] Unser Immunsystem wird außerdem durch das enthaltene Vitamin C sowie das Magnesium unterstützt. Auch die ätherischen Öle sind gesund und kommen vor allem in grünem Tee vor.[8] Der Aufguss aus der Camellia sinensis hilft daher nicht nur beim Abnehmen, sondern unterstützt den Körper in vielen anderen Aspekten und ist der Gesundheit ausgesprochen zuträglich.

Grünteesorten

Die angesprochenen sekundären Pflanzenstoffe sind nicht in allen Grünteesorten gleichermaßen zu finden. Grund hierfür sind die unterschiedlichen Verarbeitungs- und Anbauverfahren. Matcha wird zum Beispiel vier Wochen vor der Ernte beschattet, wodurch die empfindlichen Pflanzenbestandteile vor Sonnenlicht geschützt werden. Matcha besitzt daher deutlich mehr antioxidative Pflanzenstoffe sowie Mineralien als andere Teesorten. Allein der enthaltene Anteil an EGCG ist dreimal höher als der in herkömmlichem grünem Tee.[9]

Auch Sencha wird besonders schonend hergestellt. Er wird unmittelbar nach der Ernte rund 30 Sekunden gedampft, unter hohen Temperaturen getrocknet und anschließend gerollt. Auf diese Weise werden Fermentierungsprozesse verhindert und ein Aufbrechen der Zellwände begünstigt. Inhaltsstoffe können so leichter an das Wasser abgegeben werden.[10]

Grüner Tee: Die richtige Zubereitung

Die schonende Verarbeitung der Camellia sinensis zu grünem Tee sorgt dafür, dass besonders viele sekundäre Pflanzenstoffe erhalten bleiben. Auch bei der Zubereitung ist es wichtig, diese nicht zu zerstören und gleichzeitig möglichst viele Stoffe im Wasser zu lösen. Daher sollten Ziehzeit und Wassertemperatur große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Wie bei allen Teesorten ist zunächst wichtig, dass das Wasser weitestgehend frei von Kalk ist. Rund ein bis zwei Teelöffel grüner Tee genügen für den Aufguss. Das Wasser kann – je nach Sorte – bis zu 90 Grad Celsius heiß sein. Die Herstellerempfehlungen sollten unbedingt eingehalten werden. Matcha ist jedoch etwas empfindlicher und verträgt nur eine Temperatur unterhalb der 80 Grad Celsius. Für die meisten Grünteesorten genügt eine Ziehzeit von drei bis vier Minuten.

Fazit

Wer abnehmen möchte, muss natürlich seine Ernährung anpassen und am besten Sport treiben. Grüner Tee ersetzt eine Anpassung der Lebensweise nicht, kann aber helfen, den Stoffwechsel etwas anzukurbeln. Gesund ist er darüber hinaus wegen seiner sekundären Pflanzenstoffe, wie einige Studien belegen konnten. Besonders Sencha und Matcha stechen durch einen hohen Anteil dieser chemischen Verbindungen hervor. Wer also abnehmen und seinen Stoffwechsel mit Grüntee ankurbeln möchte, sollte vor allem diese Teesorten trinken. Wer sich aber weder für Sencha noch für Matcha begeistern lässt, kann natürlich auch auf anderen grünen Tee zurückgreifen.

[1] https://www.gesundheit.gv.at/lexikon/p/lexikon-polyphenole#:~:text=Polyphenole%20z%C3%A4hlen%20zu%20den%20sekund%C3%A4ren,u.a.%20die%20Kaffees%C3%A4ure%20und%20Flavonoide.

[2] https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2011/wie-gesund-ist-gruener-tee-100.html

[3] https://www.uniklinikum-saarland.de/de/einrichtungen/fachrichtungen/zellbiologie/seminar_zellbiologie_20192020/kaffee_tee_mehr_ist_besser/inhaltsstoffe/egcg/

[4] https://www.muensterschezeitung.de/leben-und-erleben/ratgeber/gesundheit/studie-belegt-gruner-tee-unterstutzt-die-fettverbrennung-1663489

[5] Ebd.

[6] https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/sendung/2011/wie-gesund-ist-gruener-tee-100.html

[7] https://www.uniklinikum-saarland.de/de/einrichtungen/fachrichtungen/zellbiologie/seminar_zellbiologie_20192020/kaffee_tee_mehr_ist_besser/inhaltsstoffe/egcg/

[8] https://utopia.de/ratgeber/sencha-tee-wirkung-zubereitung-und-besonderheiten-des-gruenen-tees/

[9] https://www.ugb.de/exklusiv/fragen-service/matcha-gruentee/?matcha-tee-gruener-tee

[10] https://utopia.de/ratgeber/sencha-tee-wirkung-zubereitung-und-besonderheiten-des-gruenen-tees/

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