Pu-Erh-Tee – Roter Tee, der nachreift

Pu-Erh-Tee

China hat als Ursprungsland des Tees allerhand leckere Variationen des Aufgussgetränks hervorgebracht. Eine davon ist der Pu-Erh-Tee, welcher aus der Region Yunna stammt und bereits seit über 1.700 Jahren angebaut wird. Damit ist die Teesorte eine der ältesten der Welt und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.[1] Der Grund hierfür ist unter anderem in dem einzigartigen Fermentierungsprozess zu finden, der dem Tee einen außergewöhnlich milden Geschmack verleiht. Aber auch weitere Besonderheiten in der Herstellung heben ihn deutlich von anderen Teesorten ab.

Pu-Erh: der rote Tee

Nicht allen Teetrinkern ist bewusst, dass schwarzer Tee im Mutterland des Teegenusses eigentlich als roter Tee bezeichnet wird.[2] Grund hierfür ist die rötlich erscheinende Farbe, die schwarzer Tee beim Aufguss besitzt. In den westlichen Ländern wird hingegen Pu-Erh häufig als roter Tee bezeichnet. Wie grüner und schwarzer Tee wird auch Pu-Erh aus der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt. Allerdings wird für Pu-Erh die Unterart Camellia sinensis var. Assamica verwendet, welche über 18 Meter groß werden kann und vorwiegend in Sumpfland gedeiht. Der Geschmack des roten Tees ist leicht erdig und würzig, aufgrund der besonderen Herstellung im Vergleich zu schwarzem Tee aber recht mild.

Besonderheiten von Pu-Erh-Tee

Beim Pu-Erh-Tee kann zwischen zwei Herstellungsverfahren unterschieden werden, von denen eines bereits seit der frühen Songzeit (960 – 1279) zur Anwendung kommt und daher auch als „traditionelles“ Verfahren bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um Sheng Pu-Erh-Tee, welcher nach der Ernte an der Sonne getrocknet, dann gedämpft und danach gepresst wird. Anschließend wird der Tee mindestens fünf Jahre eingelagert, um natürlich zu fermentieren und geschmackvoller zu werden. Sheng Pu-Erh kann Jahrzehnte nachreifen ohne schlecht zu werden.

Demgegenüber steht der reife Shu Pu-Erh, welcher erst seit Anfang der 1970er-Jahre produziert wird. Hintergrund war, dass nach einem geeigneten Verfahren gesucht wurde, um den Pu-Erh schneller reifen zu lassen und somit früher verkaufsfertig zu machen. Dies gelingt, indem der Tee nach seiner Ernte leicht befeuchtet wird und unter einer Abdeckung in einem geschlossenen Raum durch Hinzugabe von Mikroorganismen fermentiert wird. Der Prozess dauert lediglich sieben Wochen und geht damit deutlich zügiger vonstatten als bei Sheng Pu-Erh-Tee. Allerdings reift auch Shu Pu-Erh während der anschließenden Lagerung nach und gewinnt so an Geschmack.[3]

Pu-Erh-Tee zum Abnehmen

Von einigen Ernährungsratgebern wird Pu-Erh-Tee empfohlen, um das Körpergewicht zu verringern. So soll der Tee den Stoffwechsel ankurbeln, das Cholesterin senken sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Tatsächlich besitzt Pu-Erh derartige Wirkungen, allerdings aufgrund der enthaltenen Catechine sowie des Koffeins. Diese Inhaltsstoffe hat der rote Tee aber auch mit anderen Teesorten gemeinsam, welche aus der Camellia sinensis aufgebrüht werden.[4] Damit ist Pu-Erh-Tee für derartige Zwecke ebenso geeignet wie schwarzer oder grüner Tee. Der Koffeingehalt des roten Tees liegt im Übrigen lediglich bei 30 bis 40 mg pro Tasse, was ihn vor allem für koffeinempfindliche Menschen interessant macht.[5]

Pu-Erh-Tee: Zubereitung

Die Ziehzeit von Pu-Erh-Tee sollte fünf Minuten nicht überschreiten, aber mindestens drei Minuten betragen. Die richtige Wassertemperatur für ihn liegt ferner bei 100 Grad. Wie alle Tees sollte auch Pu-Erh trocken und gegen Licht geschützt gelagert werden. Da die Teesorte allerdings nachreift, ist die richtige Lagerung hier umso wichtiger und kann langfristig sogar den Geschmack positiv beeinflussen.

[1] https://utopia.de/ratgeber/pu-erh-tee-herkunft-zubereitung-und-wissenswertes-ueber-den-fermentierten-tee/

[2] https://www.lebensmittellexikon.de/r0003650.php

[3] https://utopia.de/ratgeber/pu-erh-tee-herkunft-zubereitung-und-wissenswertes-ueber-den-fermentierten-tee/

[4] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-202018/genussgetraenk-mit-zusatznutzen/

[5] https://www.explica.co/what-is-the-best-tea-to-drink-in-the-morning/

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