Losen Tee richtig aufbewahren

Teedosen

Wenn die Temperaturen im Sommer in die Höhe gehen, steigt gleichzeitig die Unsicherheit darüber, wie Lebensmittel am besten aufbewahrt werden sollten. Viele Vorräte werden daher übergangsweise im Keller oder Kühlschrank untergebracht – aber ist dies auch bei Tee notwendig? Für Teetrinker stellt sich diese Frage insbesondere, wenn sie überwiegend auf lose Teeblätter zurückgreifen. Teebeutel sind recht anspruchslos, wenn es um die richtige Lagerung geht. Aufgrund der geringen Tee-Menge und der Verpackung können sie bei hohen Temperaturen einfach im Schrank liegen bleiben. Loser Tee sollte hingegen besonders geschützt werden, denn sowohl Hitze als auch Feuchtigkeit und Licht können ihm sehr zusetzen. Die richtige Lagerung von losen Teeblättern ist daher nicht nur im Sommer wichtig.

Aufbewahrung von Tee vor 1.200 Jahren

Bereits während der Tang-Dynastie im 9. Jahrhundert nach Christus haben sich die Menschen im Heimatland des Tees mit der richtigen Lagerung beschäftigt. Damals wurden fermentierte Teeblätter zu Teeziegeln gepresst. Diese sind lange haltbar und lassen sich aufgrund ihrer komprimierten Form leichter transportieren als loser Tee, was den Handel deutlich vereinfachte. Durch die Fermentierung und das spezielle Pressverfahren sind Teeziegel außerdem robust gegenüber Umwelteinflüssen. In einigen chinesischen Regionen und in Sibirien nahmen verzierte Teeziegel sogar die Rolle einer Ersatzwährung ein und wurden als Tauschmittel verwendet. Sie dienten außerdem als Nahrung bei Hungersnöten oder wurden klassisch als Tee aufgebrüht.[1] Teeziegel werden auch heute noch hergestellt und sind nicht zuletzt aufgrund ihrer künstlerischen Verzierungen beliebt. Loser Tee hat jedoch deutlich höhere Ansprüche und muss besonders geschützt werden.

Tee trocken und luftdicht lagern

Die weit verbreitete Annahme, dass Tee nahezu ewig haltbar sei, ist nur bedingt zutreffend. Zwar kann Tee in den meisten Fällen auch nach Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums noch getrunken werden, dies setzt aber die richtige Lagerung voraus. [2] Loser Tee wird häufig in Beuteln verkauft, welche nicht wiederverschließbar sind und daher keinen ausreichenden Schutz vor Luft und Feuchtigkeit bieten. Besonders vor Letzterem muss er aber geschützt werden, da sich andernfalls Schimmel bilden kann.[3] Des Weiteren ist Luft schädlich für das Aroma der Teeblätter. Es kann sich über die Zeit verflüchtigen, wodurch der Tee an Geschmack verliert.

Fremdgerüche können das Aroma beeinflussen

In Lebensmittelschränken werden häufig verschiedenste Nahrungsmittel gelagert, die alle ihre eigenen Gerüche besitzen und diese im Laufe der Zeit abgeben. Diese Fremdaromen können jedoch auf Dauer auch das Aroma des Tees beeinflussen. Teeblätter sollten daher von geruchsintensiven Lebensmitteln wie Kaffee oder Gewürzen ferngehalten werden. Sinnvoll kann auch ein eigenes Schränkchen oder eine eigene Schublade für den Tee sein, um die Teeblätter vor fremden Aromen zu schützen.

Tee im Kühlschrank lagern?

Die eingangs erwähnten Teeziegel konnten zur Zeit der chinesischen Tang-Dynastie natürlich nur begrenzt kühl gelagert werden. Aufgrund des Herstellungsverfahrens der Teeziegel war dies aber auch gar nicht nötig: Sie sind robust und kommen mit schwankenden Temperaturen zurecht. Loser Tee ist hingegen etwas empfindlicher. Besonders im Hochsommer, bei Temperaturen jenseits der 30 Grad, stellen einige Teetrinker ihren Tee daher in den Kühlschrank.

Tee verdirbt allerdings nicht sofort, wenn er sommerlichen Temperaturen ausgesetzt ist. Bei außergewöhnlich hohen Temperaturen kann die Lagerung im Keller empfehlenswert sein. Dies gilt für schwarzen Tee ebenso wie für Früchtetees. Grüntee ist jedoch etwas hitzeempfindlicher und sollte rechtzeitig im Kühlschrank gelagert werden. Hier ist die Luft allerdings recht feucht, was zu Schimmelbildung führen kann. Daher bieten sich Aromabeutel an, um den Tee luftdicht zu verpacken und vor Feuchtigkeit sowie fremden Aromen zu schützen.[4]

Lebensmittelmotten lieben Tee

Auch Lebensmittelmotten stellen eine Gefahr für Tee dar. Diese ungebetenen Gäste legen ihre Eier bevorzugt in Vorratsschränken ab, wo ihre Larven schlüpfen und die Lebensmittel als Nahrungsquelle nutzen. Lebensmittelmotten haben einen Speiseplan, an deren Spitze sich Mehl oder andere Getreideprodukte befinden. Schwarzen, grünen oder Kräutertee meiden die Tiere in der Regel zwar, allerdings stehen Früchtetees und Teekompositionen bei ihnen hoch im Kurs.[5] Da Motten häufig über die Verpackungen anderer Lebensmittel „eingeschleppt“ werden, empfiehlt es sich, den Tee separat und fest verschlossen aufzubewahren. Des Weiteren sollte die Luftfeuchtigkeit geringgehalten und die Schränke regelmäßig gereinigt werden, um Lebensmittelmotten vorzubeugen.

Teedosen sind zur Aufbewahrung ideal

Die größten Feinde des Tees sind Sonnenlicht, Feuchtigkeit und Luft. Um das Aroma der Teeblätter zu bewahren, sind Teedosen daher am besten geeignet. Sie schützen die Teeblätter vor Sonneneinstrahlung und Kontakt mit der Luft. Gleichzeitig verhindert eine Teedose, dass Geruchsstoffe von anderen Lebensmitteln das Aroma des Tees verfälschen. Allerdings sollte ein solches Gefäß nicht zu groß sein. Hat der Tee zu viel Platz in der Dose, kommt er wieder mit zu viel Luft in Berührung, was das Aroma langfristig negativ beeinflussen kann. Zusätzlich zur Aufbewahrung in einer Teedose kann der Tee in Aromabeuteln verpackt werden. Besonders wenn die Teedose weniger als zur Hälfte gefüllt ist, ist dieses Vorgehen anzuraten, um den Tee vor Luft zu schützen.

Für richtige Teekenner ist Tee allerdings nicht nur ein Getränk, sondern eine Leidenschaft, die sie auch gerne zur Schau stellen möchten. Teedosen gibt es in vielerlei Farben, Formen und mit Verzierungen. So lassen sich die vielen Teesorten, die sich über die Jahre angesammelt haben, schön in Szene setzen.

Sonderfall: Pu-Erh

Der beliebte Pu-Erh-Tee hat hingegen ganz eigene Ansprüche an die richtige Lagerung. Er ist sehr lange haltbar und reift über Jahre oder gar Jahrzehnte nach. Das führt jedoch dazu, dass er etwas Sauerstoff benötigt, weshalb er nicht ganz luftdicht verschlossen werden sollte. Des Weiteren muss Pu-Erh nicht kühl gelagert werden. Temperaturen oberhalb der 20 Grad schaden ihm nicht und sind eher förderlich für die Reifungsprozesse und den Geschmack. Wer seinen Pu-Erh vor Sonnenstrahlen schützen möchte, kann den Tee daher einfach in ein sauberes Tuch einwickeln – so wie es bereits vor über 1.000 Jahren in China gehandhabt wurde.

Fazit: Tee ist genügsam

Tee ist im Vergleich zu vielen anderen Lebensmitteln, was seine Lagerung anbelangt, recht genügsam. Raumtemperatur stellt kein Problem für ihn dar und auch im Sommer muss er nicht zwangsläufig runtergekühlt werden. Voraussetzung für eine lange Haltbarkeit noch über das Verfallsdatum hinaus ist jedoch, dass er ausreichend vor Sonnenlicht und Feuchtigkeit geschützt wird. Hierfür eignen sich Teedosen am besten. Gleichzeitig helfen sie, das Aroma des Tees zu bewahren und ihn vor unliebsamen Küchengästen wie Lebensmittelmotten zu schützen.

[1] https://www.nbbmuseum.be/de/2009/08/teabrick.htm

[2] https://praxistipps.focus.de/haltbarkeit-von-tee-das-muessen-sie-wissen_97504

[3] http://www.mindesthaltbarkeitsdatum.de/abgelaufene-lebensmittel/abgelaufener-tee/

[4] https://www.augsburger-allgemeine.de/geld-leben/Lebensmittel-Wie-lange-ist-eigentlich-Tee-haltbar-id43378096.html

[5] https://www.swrfernsehen.de/kaffee-oder-tee/ratgeber/so-werden-sie-schdlinge-im-haushalt-schnell-wieder-los-102.html

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